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Schokoladen


Süße Sache – erlaubt!

Schokoladen – Liebhaber müssen beim Naschen kein schlechtes Gewissen mehr haben, denn Schokolade – in Maßen genossen – ist ein gesundheitsförderndes Nahrungsmittel: Das haben wissenschaftliche Untersuchungen in den USA ergeben. Die Versuchsanordnung war simpel: Versuchspersonen bekamen 80 Gramm Schokolade zu essen beziehungsweise einen Becher Kakao zu trinken, dazu gesellte sich die übliche Kontrollgruppe. Sowohl vorher als auch jeweils zwei und sechs Stunden nachher wurde das Blut der Probanden auf verschiedene Inhaltsstoffe untersucht. Dabei zeigte sich, daß schon innerhalb von zwei Stunden sogenannte Flavonoide aus der Schokolade ins Blut übergingen und dort ihre Wirkung zu entfalten begannen.

Flavonoide sind von Pflanzen gebildete Substanzen, die sich in Kakaobohnen in besonders großer Menge vorfinden. Gegenüber den Versuchspersonen der Kontrollgruppe, die Wasser oder Kaffee zu trinken bekamen, zeigte sich bei den Schokolade-Essern und Kakao-Trinkern eine deutlich verbesserte „antioxidative Kapazität“ des Blutes. Das heißt, aggressive Schadprodukte des Stoffwechsels, die zellschädigend und möglicherweise sogar krebsfördernd sein können, wurden unschädlich gemacht. Gleichzeitig war die Aktivität der Blutplättchen verändert: Ihre Neigung zu verklumpen – ein Risiko für Herzinfarkt – wurde deutlich verringert. Und das „schlechte“ gefäßschädigende Cholesterin LDL wurde daran gehindert, sich an den Wänden der Blutgefäße abzulagern. Beide Effekte wirken Gefäßkrankheiten und einem Herzinfarkt vor.

In der Medizin weiß man von der Wirksamkeit der Flavonoide. Allerdings sind die molekularen Abläufe im Körper noch nicht hinreichend geklärt, so daß hochwirksame und gleichzeitig sichere Präparate noch auf sich warten lassen. Na ja, bis dahin brechen wir einfach hin und wieder ein paar Riegel von der Tafel ab und verdrängen das Wissen um den hohen Fettanteil – schließlich kennen wir ja jetzt die Flavonoide, die uns unsere geliebte Schokolade noch sympatischer machen als sie ohnehin (vor allem bei mir!) schon war...

von Dr. Jürgen Wrede