Unterschriften gegen Rabattverträge
Berlin – Nachdem der Bundestag eine
Petition zur Abschaffung der Rabattverträge
abglehnt hatte, nimmt die Freie
Apothekerschaft einen neuen Anlauf. Mit
einer Unterschriftenaktion will der Verein
gegen Rabattverträge und die Substitutionspflicht
in der Apotheke vorgehen.
Heute morgen hat der Verein mit derzeit rund
100 Mitgliedern eine bundesweite Rundmail
an Apotheken geschickt mit der Bitte um Unterstützung.
Der Austausch von Arzneimitteln
führe zu wachsendem Unmut und Verunsicherung
der Patienten, immer häufiger würdenärztliche Verordnungen nicht befolgt. Die
Freie Apothekerschaft bezweifelt zudem Einspareffekte
für die Krankenkassen – schließlich
würden hierzu keine Zahlen veröffentlicht.
Der Verein unter Führung von Dr. Helma Gröschel
fordert, dass künftig der Arzt entscheidet,
welches Arzneimittel in der Apotheke abgegeben
wird. Alternativ könnte der Arzt auch
einen Wirkstoff verschreiben und der Apotheker
das preisgünstigste Präparat abgeben. „Die Ablehnung der Petition ist ein Schlag
ins Gesicht der Patienten“, kritisiert Gröschel.
Die Begründung, das Thema sei im Bundestag
bereits ausführlich beraten worden, will
die Vereinsvorsitzende nicht gelten lassen.
Mit der Unterschriftenaktion hofft der Verein,
neue Diskussionen anzustoßen. Die Listen
sollen Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums
(BMG) auf dem Apothekertag
Anfang Oktober überreicht werden. Bislang
haben allein in der Apotheke von Vereinsschatzmeister
Reinhard Rokitta mehr als
1000 Patienten unterzeichnet, mindestens
10.000 Unterschriften sollen es bis Ende
September werden.
