Psoriasis und Neurodermitis
Bei der Psoriasis („Schuppenflechte“) handelt es um eine Entzündungsreaktion der Haut, die sich durch Schuppen und entzündlich gerötete Hautstellen zu erkennen gibt. Sie kann neben der Haut auch Gelenke und Finger- bzw. Zehennägel betreffen. Bei Patienten mit Psoriasis erneuert sich im Bereich der geröteten Stellen die oberste Hautschicht sehr viel schneller als bei Menschen ohne Schuppenflechte. Die abgestorbenen Hautzellen bilden glänzende Schuppen und gehen mit einer sehr stark durchbluteten, geröteten Haut einher. Die betroffenen Stellen jucken häufig sehr stark.
Oft tritt die Psoriasis erstmalig während der Pubertät auf, kann aber auch erst sehr viel später zum ersten Mal in Erscheinung treten. Sie ist erblich, aber nicht ansteckend und hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Der Krankheitsverlauf ist bei jedem Betroffenen anders und kann einmalig auftreten oder auch chronisch sein, häufig wird er auch durch psychische Belastung verstärkt. Besonders im Herbst, aber auch im Frühling ist die Haut besonders stark betroffen. Es gibt zahlreiche Therapieansätze, um den Verlauf der Psoriasiserkrankung zu steuern, unter anderem Salben, Cremes oder Lösungen mit Salicylsäure zur Ablösung verschorfter Hautstellen oder Harnstoff gegen Austrocknung sowie Kortisonpräparate gegen stärkere Entzündungssymptome. Dabei hat der Begriff „Harnstoff“ nichts mit „Harn“ oder „Urin“ zu tun, sondern ist ein synthetisch hergestellter Wirkstoff.
Auch bei der Neurodermitis („atopisches Ekzem“) handelt es sich um eine Hauterkrankung, bei der sich schuppende, z. T. auch nässende und juckende Ekzeme auf der Haut bilden. Atopisch bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich die Haut „ohne klar ersichtlichen Grund“ krankhaft verändert hat. Auch hier ist der Krankheitsverlauf sehr individuell, mit einer unterschiedlich starken Ausprägung an verschiedenen Stellen des Körpers, meist schubweise und von unterschiedlicher Dauer. Der Juckreiz, der mit einer Neurodermitis einher geht, ist sehr stark, besonders nachts. Die Haut ist sehr empfindlich, trocken und oft gerötet. Durch das Kratzen wird die Haut schnell rissig, was zu nässenden Ekzemen führt, wodurch der Juckreiz noch verschlimmert wird. Besonders stark betroffen sind die Armbeugen, die Kniekehlen und der Hals bzw. das Gesicht. Man geht davon aus, dass bei der Entstehung einer Neurodermitis verschiedene Faktoren zusammenspielen, unter anderem eine erbliche Vorbelastung und auch Umwelteinflüsse. Auch hier gibt es zahlreiche Medikamente (Salben, Cremes und Lotionen mit Kortison, Nachtkerzenöl oder Johanneskraut), die die Entzündung der Haut und den Juckreiz lindern können.
Nicht jeder Juckreiz oder jede gerötete Stelle ist jedoch gleich eine Schuppenflechte bzw. eine Neurodermitis. Die Diagnose sollte in jedem Fall von einem Hautarzt gestellt werden!
von Hendrik Müller
