Neurodermitis
Kinder am häufigsten betroffen
Gerötete und schuppige Haut, Entzündungen, extremer Juckreiz - für Neurodermitiker gehören
diese Beschwerden zum Alltag. Die in Schüben auftretende Erkrankung kann sich spontan
zurückbilden, und oft lassen die Symptome im Verlauf der Pubertät nach. Neurodermitis kann
aber auch im Erwachsenenalter auftreten.
Neurodermitis ist derzeit die häufigste
Hautkrankheit in Deutschland. Bei ungefähr
60 % der Betroffenen tritt sie im
Kleinkindalter auf, bei 20 - 30 % bleibt
sie bis ins Kindes- und Jugendalter weiter
bestehen; nur 10-– 20 % aller Neurodermitiker
sind Erwachsene.
Barrierefunktion der Haut gestört
Die Haut von Neurodermitikern enthält
weniger Fett als gesunde Haut und
kann Feuchtigkeit schlechter speichern.
Keime und Reizstoffe dringen leichter ein
und lösen entzündliche, stark juckende
Ekzeme aus, auf die die Betroffenen mit
Kratzattacken reagieren, was wiederum
den Zustand der Haut verschlechtert und
den Juckreiz weiter steigert.
Symptome abhängig vom Alter
Die Symptome der Neurodermitis verändern
und verlagern sich je nach Alter
der Patienten.
Beim Baby sind die Kopfhaut und die
Wangen vom so genannten Milchschorf
bedeckt, der sich häufig im
Laufe des ersten Lebensjahres von
selbst zurückbildet. Nach dem 2. bis
3. Lebensmonat zeigen sich Papeln
und Bläschen sowie Krusten an den
Wangen.
Um das dritte Lebensjahr herum
entstehen die charakteristischen Rötungen und Papeln besonders in den
Ellenbeugen und Kniekehlen.
Im Erwachsenenalter treten die Rötungen
und Entzündungen nach wie vor
in den Gelenkbeugen, nun aber auch
an den Händen, Ohren, am Hals und
im Gesicht auf.
Ursache nicht voll geklärt
Neurodermitis zählt - wie Heuschnupfen und Asthma - zu den so genannten atopischen Erkrankungen. Als Atopie bezeichnet man die erblich bedingte Veranlagung, auf bestimmte Reize überempfi ndlich zu reagieren; im Fall einer Neurodermitis mit den typischen Hautveränderungen. Ob und wie intensiv die Krankheit auftritt, hängt allerdings auch von diversen, im Einzelfall sehr unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen z.B. Umweltschadstoffe, extreme Klimabedingungen, bestimmte Nahrungsmittel, aber auch psychische Belastungen und Stress.
Keine Heilung, doch wirksame Hilfe
Auch wenn die Krankheit bislang nicht heilbar ist, so kann man - in Zusammenarbeit mit einem Kinder- bzw. Hautarzt - die Anzahl der Schübe mindern und die Beschwerden spürbar lindern.
Ein unbedingtes Muss ist die tägliche,
konsequente Pflege der extrem trockenen
und reizanfälligen Haut. Auch in
beschwerdefreien Phasen!
Dazu gibt es
in der Apotheke - als Salbe, Creme, Lotion,
Spray oder Ölbad - diverse Produkte
(z.B. mit Harnstoff oder pflanzlichen
Wirkstoffen wie Nachtkerzensamen- und
Traubenkernöl).
Welche Präparate die
geeigneten sind, richtet sich nach dem
jeweiligen Zustand der Haut.
Bei schubartigen Verschlechterungen
der Haut kommen stark entzündungshemmende
kortisonhaltige Salben zur
Anwendung. Da Kortison eine hautverdünnende
Wirkung hat, dürfen diese
nicht an empfindlichen Stellen (z.B. im
Gesicht oder am Hals) und auch nicht
über einen längeren Zeitraum eingesetzt
werden. Bei diesen sensiblen Bereichen
haben sich kortisonfreie Cremes mit
den Wirkstoffen Tacrolimus und Pimecrolimus
(zugelassen für Kinder ab dem
dritten Lebensjahr) bewährt, die die Freisetzung
von entzündungsauslösenden
Botenstoffen der Haut blockieren und so auch die Symptome wie Rötung,
Schuppung und Juckreiz lindern.
