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Lipobay


Lipobay – und kein Ende?

Wir haben eine der strengsten Zulassungsbehörden in der ganzen Welt, zudem muß auch auf europäischer Ebene eine Erlaubnis für das „Inverkehrbringen“ von Arzneimitteln mit handfesten Daten erwirkt werden – all das haben die vielen Arzneimittel hinter sich, nach jahrelanger Forschung, Erprobung, Risikoabwägung und statistisch eindeutigem Wirksamkeitsnachweis. Dann, und nur dann befinden sich seriöse Arzneimittel auf dem Markt, können vom Arzt verschrieben werden. Dennoch immer wieder beängstigende Nachrichten über schwerwiegende Nebenwirkungen, ja sogar Todesfälle: Eine schlimme Sache!

Der jüngste Fall Lipobay zeigt aber auch ein Szenario auf, das ganz offensichtlich typisch abläuft: Die in Fachkreisen schon länger bekannte Problematik einer Wechselwirkung mit einem anderen Präparat wird zum Anlaß genommen, die Schadensfälle zu recherchieren, sie zu einer Klage zu bündeln und einen Medienrummel loszutreten – dies ganz sicher auch deshalb, um der Sache die offensichtlich nötige Brisanz zu geben. Amerikanisches Recht und USA - Anwälte machen es möglich und die Medienwelt steigt nur allzu gerne mit ein. Der Schaden ist unermeßlich: Ich will gar nicht auf die wirtschaftlichen Einbußen mit all den Folgen eingehen, das ist ein Kapitel für sich. Schlimm erscheint mir die Verunsicherung, die bei vielen Patienten einsetzt: Bestimmt ist auch mein Arzneimittel unsicher – am besten, ich nehme es gar nicht mehr ein (sage es aber meinem Arzt nicht...).

Man kann die Dinge auch einmal von der anderen Seite betrachten: Wurde eigentlich schon veröffentlicht, wie vielen Menschen die regelmäßige Einnahme von Lipobay das Leben gerettet hat? Studien dazu gibt es mannigfach! Und wurde fehlerhaftes Verordnen von zwei Arzneimitteln, die schwere Wechselwirkungen verursachen, auf Rezepten beobachtet? Nein. Da stehen dagegen: Sorgfaltspflicht, profunde Fachkenntnisse und ein seriöser Ablauf bei unseren Ärzten einschließlich der ordnungsgemäßen Arzneimittelabgabe – und, wenn erwünscht: Erläuterung - in der Apotheke.

Trotz allem das Angebot Ihrer Apotheke an Sie: Wir führen Ihnen gerne einen computergestützten Check auf Wechselwirkungen der von Ihnen eingenommenen Arzneimittel durch, schriftlich zu Ihrer Information. Dazu benötigen wir von Ihnen die Auflistung aller Mittel, die Sie einnehmen – also auch derjenigen, die Sie zusätzlich zur ärztlichen Verordnung kaufen oder die ihnen ein Facharzt z. B. verordnet hat. Zur Übersichtlichkeit und zu Ihrer Hilfe haben wir in der Wacholder – Apotheke die „Kundenkarte“ eingeführt – schon seit Jahren kostenlos. Alle Ihre Arzneimittel werden hier registriert. Oder Sie sollten sich einen Medikamentenpaß ausstellen lassen, den Sie dann mit unserer Hilfe jeweils aktualisieren. Unter diesen Voraussetzungen ist eine Kontrolle möglich. Wir bieten es Ihnen an – zu Ihrer Sicherheit, vor allem aber auch zum Stärken Ihres Vertrauens in Ihre persönlichen Arzneimittel!

Nachsatz zum Schluß: Ohne die tragischen Konsequenzen von Arzneimittel – Wechselwirkungen mit derart fatalen Folgen für die Betroffenen verharmlosen zu wollen, ist dennoch eine ausgewogene Betrachtung geboten. Auch das Folgende ist passiert: Obwohl von März bis November 1998 weit mehr als 100 Todesfälle bei Einnahme von Viagra im Zusammenwirken mit sogenannten Nitraten dokumentiert worden sind, ist das Medikament nicht vom Markt genommen worden. Der Hersteller ist der US – Pharmariese Pfitzer, der nun mit auf der Liste der möglichen Bayer – Übernahmekandidaten steht...

von Dr. Jürgen Wrede