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Lichtmangel


Alle reden vom Wetter...

Es ist ja auch ziemlich mies zur Zeit, und da macht man seiner Unzufriedenheit schon mal Luft – warum auch nicht. Oft verbinden wir aber auch noch Klagen über unseren Gesundheitszustand mit der Wetterlage: „Bei so einem Mistwetter ist es doch kein Wunder, daß ich erkältet bin!“ oder: „Klar, der Sonnenbrand hat mich voll erwischt. Ich bin doch glatt im Liegestuhl eingeschlafen!“

Es gibt wirklich Krankheitssymptome, an denen das Wetter Schuld ist. Daß Nässe und Kälte zu Husten, Halsweh und Schnupfen führen können, hat jeder von uns schon erlebt. Schnee und strenge Kälte jedoch sollen das Herzinfarktrisiko um 30 Prozent steigern – so eine Studie der Deutschen Herzstiftung. Man erklärt sich das durch in der Kälte verengte Blutgefäße (auch die des Herzens) und durch mehr Stress und Anstrengung. Extreme Höhenstrahlung führt – neben der Hautbelastung – zu vermehrter Linsentrübung (Grauer Star), wenn man die vor UV – Strahlung schützende Sonnenbrille vergißt. In den Voralpen wissen viele Menschen aus eigener Erfahrung, daß die Luftströmungen, die über die Berge streichen und als warme Fallwinde (Föhn) zu Tal kommen, Kopfschmerzen und Migräneanfälle auslösen. Eine eindeutige Erklärung hierfür ist uns die Medizin noch schuldig. Starke Sonneneinstrahlung und geringer Luftaustausch im Sommer, das führt zu hoher Ozonkonzentration in der Luft. In unseren Atemwegen und in der Lunge kann es zu erheblichen Reizungen kommen – vorsichtshalber sollten wir es ruhiger angehen lassen. Bei Regen und nassem Wetter wird häufiger über Gelenkschmerzen geklagt als an schönen Tagen. Warum das so ist, hat noch niemand erklären können. Möglicherweise reagieren die Gelenkkapseln auf Luftdruckänderungen. Der Durchzug eines Tiefdruckgebietes soll auch Lustlosigkeit und Schlappheit zur Folge haben. So etwas kennen wir alle – ob es wirklich immer das Wetter ist?

Gesichert ist, daß durch Lichtmangel Depressionen entstehen. Gerade in der jetzigen trüben Jahreszeit sollten wir jede mögliche Helligkeit suchen Man muß nicht extra nach Schweden fahren, wo „Lichtcafes“ in Mode gekommen sind, in denen man sein Tässchen Kaffee in lichtdurchfluteten Räumen zu sich nimmt. Wir können das auch hier schaffen:

Bestimmt wird es in den nächsten Winterwochen wieder herrliche Tage geben, an denen wir „auftanken“ können – wenn wir es denn auch tun!

von Dr. Jürgen Wrede