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Richtig vorbeugen und behandeln

Die beste Hilfe bei Kopfschmerzen


Alle Fragen zu geeigneten Schmerzmitteln und möglichen
Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
beantwortet gern und sachkundig

Ihr Apotheker
Michael Resch

 

Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann leiden mehr als einmal im Monat unter den quälenden
Symptomen. Dann kommt es auf richtiges Handeln an.

Es gibt viele Arten von Kopfschmerz, am weitesten verbreitet sind jedoch Spannungskopfschmerzen und Migräne. Beim Griff zum Schmerzmittel zeigen sich Leidgeplagte eher zurückhaltend, belegen Studien: Alltägliche Beschwerden wie Kopfweh werden von über 60 Prozent eher ertragen als bekämpft. Es ist ganz sicher klug, nicht leichtfertig Schmerzmittel zu schlucken! Doch gerade bei wiederkehrenden Schmerzen gilt: Wer rechtzeitig zum ausreichend hoch dosierten Medikament greift, hat bessere Chancen, dass der Schmerz schnell wieder verschwindet und so bald nicht wiederkommt. (siehe unten)

Welches Mittel hilft, hängt von der Art des Kopfschmerzes ab – das Team in Ihrer Apotheke berät Sie hierzu gern.

Dumpfer, drückender Schmerz

Spannungskopfschmerzen treten beidseitig eher mäßig stark auf und kriechen vom Nacken in den Kopf: ein Gefühl, als wenn ein viel zu enger Hut drückt. Die Ursachen beim Spannungskopfschmerz
liegen oft in Halswirbelblockierungen bzw. in muskulären Rückenverspannungen. Häufig hilft bereits ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine Entspannungsübung. Auch ein Kühlpack im Nacken oder eine Rückenmassage – keine direkte Hals- bzw. Nackenmassage! – können hilfreich sein.
In der Akutphase unterstützen Arzneien mit Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol oder eine Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein das rasche Abklingen der
Kopfschmerzen. Bei sehr häufigen oder ungewöhnlich starken Schmerzen muss der Arzt die Ursache klären.

Migräne und ihre Vorboten

Migräne unterscheidet sich deutlich vom „normalen“ Kopfweh: Der Schmerz hämmert, sticht und pocht meist nur in einer Kopfhälfte, hinzukommen können Übelkeit, Erbrechen und Lichtscheu. Ein Migräneanfall kann mehrere Tage andauern. Ausgelöst wird er meist durch bestimmte Faktoren bzw. Trigger. Bei genetischer Vorbelastung führen sie zu einer Aktivierung der Schmerzzentren. Manchmal kündigt sich der Migräneanfall durch Vorboten, so genannte Auren an: Seh- und Sprachstörungen
sowie Kribbeln in Armen und Beinen. Spätestens nach einer Stunde verschwinden die Vorboten wieder. Migräne- Geplagte können dem Anfall häufig vorbeugen, wenn sie ihre persönlichen Trigger kennen. Viele Patienten führen deshalb ein Migränetagebuch, um z.B. Intensität und Häufigkeit der
Anfälle zu dokumentieren und mit bestimmten Auslösern in Zusammenhang zu bringen. Bei leichteren Migräneattacken helfen rezeptfreie Schmerzmittel, bei schweren Attacken kann der Arzt spezielle Migräne-Medikamente verschreiben. Einige dieser so genannten Triptane gibt es heute auch rezeptfrei: Sie sollten aber zunächst immer die Diagnose vom Arzt stellen lassen, bevor Sie Migräne in Eigenregie behandeln.

Selbsthilfe mit Köpfchen

  • Schmerzmittel nur an drei, maximal vier Tagen hintereinander und an maximal zehn Tagen im Monat einnehmen.
  • Warten Sie nicht zu lange mit der Einnahme. Gerade bei Migräne wirken Schmerzmittel zu Beginn der Attacke am besten.
  • Ausreichend Schmerzmittel nehmen, denn das kann die insgesamt benötigte Tablettenmenge reduzieren. Richtwert: immer mit der im Beipackzettel angegebenen höheren Dosis einsteigen.
  • Vor dem Griff zur Tablette die Packungsbeilage lesen.
  • Ein regelmäßiger Lebensrhythmus, ausreichend Entspannung, viel frische Luft und genügend Schlaf können Kopfweh vorbeugen.
  • Meiden Sie den übermäßigen Genuss von Kaffee, Alkohol,
    Nikotin und lange Sonnenbäder im Sommer.
  • Bei ständig wiederkehrenden, sehr starken oder ungewöhnlichen Kopfschmerzen muss der Arzt die Ursache abklären.