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Kopfläuse


Im Kampf gegen die Parasiten kommt es auf
schnelles und gemeinsames Handeln an.

Ihr Apotheker
Michael Resch

 

Kein Grund zum Haareraufen

Kopfläuse sind winzig und verbreiten auch keine Krankheiten, sorgen aber in Familien, Kindergärten und Schulen immer wieder für helle Aufregung. Sie können sich bei jedem von uns einquartieren. Am häufigsten tauchen sie jedoch auf Kinderköpfen auf.

Wie bekommt man Kopfläuse?

Die Übertragung von Kopfläusen findet in der Regel von Kopf zu Kopf statt. Der kleine Parasit kann zwar weder springen noch fliegen, aber gut krabbeln. Beim vertrauten Umgang in der Familie
oder mit Freunden, z.B. beim Köpfezusammenstecken oder Kuscheln, kann es dann leicht passieren, dass er von einem Schopf auf dem nächsten landet. Und ehe man sich versieht, ist
die ganze Familie oder eine Kindergartengruppe befallen. Eine indirekte Übertragung über Gegenstände ist eher die Ausnahme und kann nur stattfinden, wenn der Gegenstand (z.B. ein
Kamm) innerhalb kurzer Frist von einer zweiten Person benutzt wird. Denn entfernt von der Kopfhaut, aus der sie mehrmals täglich ihre Blutmahlzeit saugen kann, stirbt die Laus spätetens nach 55 Stunden ab.

Wie stellt man sie fest?

Wenn der Nachwuchs sich ständig am Kopf kratzt, kann das ein Alarmzeichen sein. Dann ist eine sofortige Inspektion angesagt. Dabei kämmt man mit einem so genannten Nissenkamm (aus der
Apotheke) die Haare vom Haaransatz sorgfältig Strähne für Strähne durch und streicht anschließend den Kamm auf einem Küchenpapier ab. Bei Befall kann man dann darauf neben lebenden
Läusen auch Larven (noch nicht ausgewachsene Läuse) sowie die Haarschuppen ähnelnden Läuseeier (Nissen) finden. Bestätigt sich der Verdacht, sollte man sofort auch die Köpfe
der übrigen Familie kontrollieren. Und umgehend die Freunde des Kindes sowie die Kindertagesgesstätte bzw. Schule informieren. Denn ein Lauskopf kommt selten allein. Nur wenn alle möglicherweise Betroffenen an einem Strang ziehen, kann man einer Weiterverbreitung
vorbeugen und den Blutsaugern erfolgreich den Garaus machen.

Wie wird man sie los?

Die Behandlung erfolgt immer in zwei Schritten, nämlich mit der Anwendung eines zugelassenen medizinischen Mittels und dem sorgfältigen Auskämmen mit einem Läusekamm (am besten mit einer Haarpflegespülung). Die rezeptfrei in der Apotheke erhältlichen Läusemittel gibt es
als Lösungen, Sprays oder Shampoos. Bei der Anwendung sollte man sich streng nach der Gebrauchsanweisung richten. Am Tag nach der ersten Behandlung darf der Nachwuchs dann auch grundsätzlich wieder in die Kindertagesstätte bzw. Schule, wobei die Bedingungen für die
Rückkehr jedoch örtlich unterschiedlich geregelt sind. Doch damit ist es noch nicht getan. Da die meisten Läusemittel nicht oder nur bedingt gegen die Eier wirken, können nach der ersten Behandlung noch Larven schlüpfen. Deshalb muss unbedingt nach acht bis zehn Tagen eine zweite Behandlung erfolgen, die dann auch diese vernichten, bevor sie sich zu Läuseweibchen entwickeln und neue Eier legen.

Da Kopfläuse niemals freiwillig ihre Nahrungsquelle verlassen, ist einer Übertragung über Gegenstände zwar äußerst gering, aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Wenn z.B. ein befallenes Kind seine Haare bürstet und sofort danach ein anderes die gleiche Bürste benutzt, kann schon mal eine Laus auf dessen Schopf landen. Um sicher zu gehen, sollte man deshalb Textilien und Gebrauchsgegenstände, die mit dem Haar in Berührung gekommen sind, gründlich reinigen, also bei mindestens 60 Grad waschen oder – für drei Tage in fest verschlossene Plastikbeutel stecken.