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Konzentrationsstark im Alter


Graue Zellen gezielt fordern

Wenn wir feststellen, dass wir uns bei vielen Dingen stärker anstrengen müssen als früher, so hat das einfache biologische Gründe: Mit der Zeit verlieren die Blutgefäße an Elastizität und die Durchblutung läuft nicht mehr so reibungslos wie in jungen Jahren.

Diese natürlichen Veränderungen wirken sich auch auf den Energiestoffwechsel in den Nervenzellen und damit auf die Arbeit des Gehirns aus.
Die Folge: Unsere Konzentrations- und Merkfähigkeit nimmt ab.

Das Gehirn – was kommt rein, was bleibt drin?

Unser Gehirn ist das komplexeste Gebilde des Körpers. In seiner Arbeitsweise ist es sehr klar und logisch aufgebaut und durchaus mit einem Computer vergleichbar – wenn auch kein Computer
der Welt mit der Leistungsfähigkeit des Gehirns konkurrieren kann. Beim Rechner entscheidet u.a. die Kapazität des Arbeitsspeichers über dessen Leistungsfähigkeit – beim Gehirn heißt dieser wichtige Baustein Arbeitsgedächtnis.
Hier ist das Zentrum der Informationsverarbeitung, und hier werden die Reize nach „wichtig“ und „unwichtig“ sortiert.
Dazu setzt sich das Arbeitsgedächtnis mit dem Langzeitgedächtnis in Verbindung und ruft dort vergleichbare Informationen ab, um die neuen Eindrücke einordnen zu können.
Diese Vorgänge laufen blitzschnell ab, denn direkt im Arbeitsgedächtnis können wir nicht viel mehr als etwa sieben Informationen gleichzeitig behalten. Wichtiges muss also unmittelbar weitergeleitet
werden, um im Langzeitgedächtnis zumindest vorübergehend seinen Platz zu finden. Unwichtiges gerät sofort in Vergessenheit. Die Gehirnforschung geht davon aus, dass es durch neue Informationen „überschrieben“ wird.

Das Gehirn fordern und fördern

Um die Gehirnleistung möglichst lange und umfassend zu erhalten, kann man sein Arbeitsgedächtnis trainieren. Gezieltes Training und Übungen, die leicht in den Alltag einzuordnen sind, können deutlich dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten.

Hier ein paar einfache Anregungen:

• Sie stehen an der Kasse im Supermarkt: Überschlagen Sie schon mal im Kopf, wie viel Sie bezahlen müssen. Überlegen Sie gleichzeitig, wie viel Wechselgeld Sie herausbekommen, wenn Sie mit einem großen Schein zahlen.
•Gehen Sie mindestens einmal pro Woche ohne „Merkzettel“ einkaufen.Überlegen Sie vorher genau, was Sie alles brauchen, und rufen Sie die Liste im Geschäft aus dem Kopf ab.
• Speichern Sie die Telefonnummern Ihrer Freunde nicht im Telefon ab, sondern versuchen Sie, sie auswendig zu lernen und ohne Hilfe zu wählen. (Zur Sicherheit haben Sie die Nummern natürlich in
einem Telefonbuch notiert und können bei Bedarf nachschlagen.)
• Planen Sie Ihre Reisen selbst. Recherchieren Sie in Büchern oder im Internet die Anreise, passende Unterkünfte und lohnende Ausfl ugsziele am Ort.
• Spielen Sie öfter mal Spiele, die die Konzentrationsfähigkeit richtig fordern, z.B. Schach, Bridge, Doppelkopf oder Skat. Und wenn Sie sie noch nicht kennen, dann versuchen Sie, sie zu lernen.
• Pflanzen Sie, wenn Sie einen Garten haben, auch einige besonders anspruchsvolle
Pflanzen, die sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Sie richtig zu pfl egen
hält das Arbeitsgedächtnis ganz schön auf Trab.

Es gibt natürlich noch unzählige andere Bereiche, auf denen man die Konzentrationsfähigkeit
trainieren kann. Man kann z.B. einen Sprachkursus machen, den Umgang mit dem Internet erlernen oder einfach für das große familiäre Weihnachtstreffen ein paar Liedtexte komplett auswendig lernen. Wichtig ist, sich ganz bewusst mit einer bestimmten Aufgabe zu beschäftigten und dabei auch etwas Anstrengung zu investieren.
Wenn das„Training“ dann auch noch Spaß macht – umso besser!