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Frauengesundheit

Herzinfarkt ist keine Männersache!

Frauen unterschätzen oftmals ihr Herzinfarkt-Risiko.
Ein gefährlicher Irrtum, denn sie sterben doppelt so häufig am ersten Herzinfarkt wie Männer.

Frauen bekommen zwar seltener und später einen Herzinfarkt als Männer, doch haben sie deutlich schlechtere Überlebenschancen. Der Grund: Die typischen Herzinfarkt-Symptome, wie ein Engegefühl im Brustkorb und Schmerzen, die in die linke Schulter und in den linken Arm ausstrahlen, treten bei Frauen viel seltener auf als bei Männern – der Infarkt wird deshalb
häufig nicht rechtzeitig erkannt. Zudem sind Frauen bei ihrem ersten Infarkt meist schon älter und haben im Vergleich zu Männern häufig mehr Begleiterkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen
oder Diabetes. Die Gefahr für ihr Herz ist vielen Frauen jedoch nicht bewusst: In einer Umfrage waren über die Hälfte der Befragten der Meinung, dass Männer gefährdeter seien, einen Herzinfarkt zu erleiden: Nur ein Drittel der Befragten glaubte, selbst ein Risiko für eine Herzerkrankung zu haben.

Vorsicht bei unklaren Beschwerden

Der „weibliche“ Herzinfarkt äußert sich häufig durch plötzliche Übelkeit, Beschwerden im Oberbauch, Schmerzen im Hals- und Nackenbereich oder in beiden Armen, Atemnot und ein ausgeprägtes Schwächegefühl. Häufig sind auch Schweißausbrüche und eine auffällige Blässe Anzeichen, die nicht gleich auf das Herz schließen lassen und auch Ärzte nicht selten auf die falsche Fährte locken. Viele Frauen leben in höherem Alter auch allein und hoffen, dass die Symptome von selbst nachlassen. Sie warten meist zu lange, bis sie den Arzt aufsuchen oder den Notarzt rufen. Doch beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Wird er nicht rechtzeitig erkannt, kann dies das Leben kosten: Jährlich sterben zirka 215.000 Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 30.000 davon an einem Herzinfarkt.

Was das Herz gefährdet

So unterschiedlich die Symptome für einen Herzinfarkt bei Männern und Frauen sein können, die Risiken sind ähnlich:
Übergewicht, ungesunde Ernährung, Alkohol- und Zigarettenkonsum, Stress, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes sowie erbliche Vorbelastungen begünstigen Herz-
Kreislauf-Erkrankungen.
Ein Trend macht den Medizinern Sorgen:
Während die Infarktrate bei den Männern stetig sinkt, ist sie bei jüngeren Frauen in den letzten 20 Jahren um 50 Prozent gestiegen. Der Grund: immer mehr Frauen rauchen.
Bis zu den Wechseljahren sind Frauen zwar durch die weiblichen Hormone besser vor Herzerkrankungen geschützt, denn insbesondere Östrogen wirkt der „Verkalkung“ der Blutgefäße
und Gefäßverschlüssen entgegen. Das gilt jedoch nicht für Frauen, die rauchen und die Pille nehmen: Ihr Herzinfarktrisiko erhöht sich um das Vierfache gegenüber Nichtraucherinnen.
Bei nachlassender Hormonproduktion durch die Wechseljahre steigt bei allen Frauen das Risiko für Gefäßverengungen und hohen Blutdruck.

Aktiv werden – Infarkt vorbeugen

Das A und O zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine gesunde Lebensweise, die das Infarktrisiko herabsetzen kann:

  • Viel Bewegung hält den Kreislauf fit. Bauen Sie möglichst drei Mal pro Woche einen halbstündigen Spaziergang ein.
  • Zigarette ausdrücken: Nicht nur jüngere Raucherinnen, die mit der Pille verhüten, sind besonders gefährdet – auchältere, die Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden einnehmen.
  • Wenig Alkohol: Bier, Wein, Likör oder Schnaps macht nicht nur dick, sondern greift auch die Gefäße an.
  • Gesund essen, überflüssige Pfunde loswerden: Denn insbesondere Bauchspeck steigert das Herzinfarktrisiko



Es muss nicht immer Joggen sein!

Regelmäßige Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung –
täglich mindestens eine Viertelstunde.