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Haschpirin


3 x täglich Haschpirin ?

Ob es in Schleswig - Holstein einen Modellversuch geben wird, ist noch nicht geklärt. Aber es wird konkret in der Drogenpolitik darüber nachgedacht, ob man den Verkauf von Cannabis - Produkten in Apotheken zulassen sollte. Damit würde man der Drogenszene den legalen Zugang zu einer "weichen Droge" einräumen in der Hoffnung, daß die Beschaffungskriminalität sinkt und der Konsum übersichtlicher wird.

Die Hanfpflanze "Cannabis sativa" enthält in den Blüten ein Harz, das man als braune Masse gewinnen kann und als Haschisch ("Maroc") bezeichnet. Nimmt man die getrockneten und zerkleinerten Blütenstände, so hat man Marihuana ("Gras"). In beiden Drogenformen sind halluzinogen wirksame Substanzen enthalten, die eine in der Drogenszene erwünschte "high" - Stimmung auslösen können. Der Anbau und der Vertrieb von Cannabis - Produkten ist in Deutschland verboten, so daß dunkle Beschaffungswege mit all den Problemen wie Verunreinigung und illegaler Handel die Norm sind. Wenn man nun über Apotheken - so die Überlegung - ein Qualitätsprodukt in zugeteilter Menge vertreibt, könnte man viele Folgeprobleme des illegalen Drogenkonsums in den Griff bekommen.

Wir Apotheker stehen der Sache äußerst kritisch gegenüber. Unabhängig davon, wie die Drogenexperten aus Wissenschaft und Politik darüber denken: Der Verkauf solcher Substanzen zu reinen Genußzwecken ist schwerlich mit unserem Verständnis von einem Heilberuf zu vereinbaren. Und zu den Problemen, die uns Alkohol und Tabak bescheren, hätten wir ein weiteres neues hinzubekommen.

Allerdings sei auf eine Besonderheit hingewiesen: In der Tat wird in einem Berliner Krankenhausversuch z.Zt. untersucht, inwieweit bei schwer krebs- oder aidskranken Patienten der gezielte Einsatz von Marihuana sinnvoll sein kann. Die bisher bekanntgewordenen Ergebnisse sind äußerst vielversprechend.

Übrigens: Wußten Sie eigentlich - oder erinnern Sie sich noch -, daß der Gründungsname unserer Apotheke damals im Jahre 1951 "Apotheke und Drogenhandlung" lautete?...

von Dr. Jürgen Wrede