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Geruchssinn


Geruchssinn – erschreckend...

Es soll bestialisch stinken, wenn Zwiebeln verfaulen: Da mußte ein Bürogebäude geräumt werden, weil in der Kantine eine Tüte vergessen wurde...

Attacken auf Nasen könnten sich bald häufen. Forscher sind dabei, Stinkbomben zu entwickeln, die Demonstranten in die Flucht schlagen oder Geiselnehmer zur Aufgabe zwingen sollen. Das Militär denkt daran, tödliche Landminen durch stinkende Geländesperren zu ersetzen. Sogar Hooligans könnten mit muffelnden Markierungen beschossen werden, um dann am Ausgang des Fußballstadions mit elektronischen Geruchssensoren gefaßt zu werden.

Der uns angeborene Gesuchssinn rückt immer mehr in das Interesse, wenn es um die Beeinflussung von Menschen geht. So soll es Sprays geben, die den typischen Geruch nagelneuer Autos imitieren, so daß ein Gebrauchtwagen wertvoller erscheint und Kaufhausketten versprühen angeblich den Duft frischer Brötchen in der Eingangszone neben dem Bäckerladen, um ein wohliges Gefühl aufkommen zu lassen.

Unter „Aromatherapie“ versteht man den gezielt eingesetzten Duft meist pflanzlicher Öle zur Linderung oder zur Heilung. Aus aufheizbaren Schälchen werden Duftstoffe in den Raum verdunstet, manchmal werden sie auch versprüht oder nach Auftragen auf der Haut direkt inhaliert. Unser olfaktorisches Sinnzentrum wird angeregt, es reagiert mit Empfindungen und Reizen.

Starke Stinkmittel sind zwar relativ harmlos, geben im Hirn aber dennoch Alarm wegen drohender Gesundheitsschäden: Sie können „den Magen umdrehen“, den Atem flacher werden lassen und den Herzschlag zum Rasen bringen. Gerade deshalb sind diese abscheulichen Stoffe, so urteilen Militärstrategen, ein attraktives Konzept für Konfliktmanagement und moderne Kriegsführung. Völkerrechtler sind allerdings beunruhigt über diese „nicht-tödlichen“, gezielt hergestellten Chemikalien wie etwa das Methyl-Mercaptan mit 3-Methylindo: Stinkbombenproduktion könnte als Tarnung für Schlimmeres dienen, denn einer Mörsergranate sei nicht anzusehen, ob sie die Gesuchsrichtung "Ziegenbock" oder tödliches Nervengas enthält. Ausnahmslos seien alle Chemikalien für militärische Zwecke zu verbieten.

Wußten Sie übrigens, daß Hunde einen derartig sensiblen Gesuchssinn haben, daß sie – vergleichbar einem Menschen, der sich noch drei Tage nach einer Zeitungslektüre an gewisse Einzelheiten des Gelesenen erinnern kann – noch drei Tage nach dem Gassi-Gehen bestimmte Gerüche an der Hausecke erkennen können?...

von Dr. Jürgen Wrede