Blutdruck
Kein Empfinden...
Unser Blut transportiert Nährstoffe und Sauerstoff zu allen Organen im Körper und sorgt gleichzeitig auch für den Abtransport von Schlacken. Damit es in den Blutgefäßen (Arterien) vorwärts fließt, sorgt das Herz als Pumpe für Druck: Bei jedem Herzschlag wird eine bestimmt Blutmenge in die Hauptschlagader (Aorta) ausgeworfen. Ein Teil der Druckwelle wird durch die Dehnung der elastischen Wand der Aorta abgefangen. Diese durch Dehnung erhöhte Wandspannung wirkt wie eine zweite Pumpe, die das Blut dann vorantreibt, wenn der Herzmuskel vor dem nächsten Herzschlag erschlafft.
Ist der Blutdruck über längere Zeit (Monate bis Jahre) erhöht, besteht das Risiko, daß das Herz (als Pumpe) und die Blutgefäße (als druckelastische zweite Pumpe) Schaden erleiden: Bei nachlassender Herzleistung spricht man von „Herzinsuffizienz“, bei Schädigung der Arterienwände durch übermäßige Druckbelastung von „Arteriosklerose“. Dauerhaft erhöhter Blutdurck repariert sich nicht von alleine, sondern verschlechtert die Situation permanent. Er kann schlimme Folgen haben.
Für erhöhten Blutdruck hat der Mensch kein natürliches Empfinden. Erst bei extrem hohen Werten kann es zu Ursachen kommen, die den Weg zum Arzt erzwingen. Deshalb sollte die regelmäßige Blutdruckkontrolle zur Selbstverständlichkeit gehören, vor allem für gefährdete Personen (Stress, falsche Ernährung, Übergewicht, Alkohol, Bewegungsarmut, erbliche Vorbelastung).
Bei der Blutdruckmessung gewinnt man zwei Werte: Der höhere (obere) entspricht dem höchsten Druck in den Arterien beim Pumpen des Herzmuskels, der niedrige (untere Wert) dem Druck, der auch noch bei Erschlaffung des Herzmuskels durch die elastische Kraft der Aortawand besteht. Als normal gilt in der Regel 140 / 90 mmHg. Ab Werten größer 160 / 95 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Die Messung erfolgt meistens mit Geräten, die auf oszillografischem Wege die Werte automatisch ermitteln. Man muß wissen, daß fehlerhaft durchgeführte Messungen fast immer zu erhöhten Werten führen! Oft bestehen auch Unsicherheiten, was die Zuverlässigkeit und die Messgenauigkeit von Heimgeräten anbetrifft.
von Dr. Jürgen Wrede
