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Kältepackung


Kalt ist gut

Schon Hippokrates und Paracelsus wußten, daß gezielt eingesetzte Kälte in so manchen Situationen Beschwerden lindern und einen Heilerfolg häufig unterstützen kann. Die Sportler unter uns haben es schon häufig erlebt, daß bei einer akuten Sportverletzung dazu geraten wurde, durch Auflegen einer Kältepackung die Schmerzen zu lindern und die entstehende Entzündungsreaktion zu bremsen: Ein typisches Beispiel für den Einsatz von Kälte als "Lokaltherapeutikum". Viele von uns werden sich aber auch an den Wadenwickel erinnern, den die Mutter uns "verordnete", um damit die erhöhte Körpertemperatur auf sanfte Weise zu senken - ein klassischer Fall, in dem die Kälte "systemisch", also auf den ganzen Körper wirkt.

Prinzipiell hat Kälte dreierlei Auswirkungen auf den Körper: Sie führt zu einer Verengung der Blutgefäße, sie hat betäubende und damit schmerzlindernde

Wirkung auf die Nervenendigungen im c und sie kann drittens bestimmte Entzündungsprozesse verlangsamen.

Will man Kälte auf die Haut einwirken lassen, sollte man grundsätzlich beachten, sie nie länger direkt auf die Haut aufzubringen, da es ansonsten zu lokalen Erfrierungen kommen kann. Zerstoßenes Eis oder Eiswürfel müssen deshalb stets mit einem Handtuch umwickelt werden!

Was kann man sonst noch verwenden? Einfach, bequem und gut wirksam ist die allseits bekannte Kältepackung (Kryopackung) - vorausgesetzt, sie liegt zur ständigen Verwendung in Ihrem Kühlfach. Dort "speichert" sie die Kälte. Günstig ist, daß sich die kalte Packung verformen läßt und sich so z.B. dem verstauchten Gelenk anpassen läßt. Zur Linderung von Zahnschmerzen empfiehlt Ihnen übrigens Ihr Zahnarzt eine extra kleine Packung für die Wange.

Von Sportberichten im Fernsehen kennen Sie die Kältesprays. Sie enthalten flüchtige chlorhaltige Substanzen, die nach dem Aufsprühen auf der Haut verdampfen und auf diese Weise dem Körper Wärme entziehen: Man spürt eine deutliche Abkühlung. Von Vorteil ist, daß der Spray sofort griffbereit und einsatzfertig ist, er ist also ideal zur Erstversorgung. Weiterhin - unter uns gesagt - gibt es den psychologische Effekt, nicht ungefährlich: Nach so einer spektakulären Soforthilfe rennst Du erst mal doller als zuvor..

Eine wichtige Anwendung von Kälte muß ich noch erwähnen. Bei akuten Verbrennungen kleineren Ausmaßes sollte man als Erste - Hilfe - Maßnahme lange genug kaltes Wasser über die betroffene Stelle laufen lassen. Sie erinnern sich an die drei Wirkungen: Verengung der Blutgefäße führt zur Begrenzung der kleinen Blutungen, Nervenbetäubung durch Kälte lindert den Schmerz und eine aufkeimende Entzündung wird frühzeitig gehindert.

Muß ich noch einen Vorteil der Kaltwasseranwendung nennen? Na gut: Das "Heilmittel" Wasser gibt es sozusagen kostenlos aus der Leitung...

von Dr. Jürgen Wrede